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Tropfsteinhöhlen sind Reisen in die Erdgeschichte. Wasser und Kalk haben während unvorstellbar langer Zeiträume eindrucksvolle Gebilde und Räume geformt, die unsere Fantasie beflügeln. Die Bärenhöhle und die mit ihr verbundene Karlshöhle in der Schwäbischen Alb sind auf 270 Metern für Besucher begehbar und zählen damit zu den größten und imposantesten natürlichen "Unterwelten" in Deutschland.

Die Führungen durch die Höhlengewölbe beginnen am Fauthloch. Der Eingang hat seinen Namen vom Lehrer Fauth, dem im Jahre 1834 beim Kräuter sammeln seine Tabakdose in einen Felsspalt fiel und ihm so den Weg in die Höhle wies. Er war jedoch nicht der erste Entdecker. Auf dem Grund des Spalts häufte sich Unrat, dazwischen menschliche Skelette, wohl Pestopfer, die im Mittelalter hier würdelos entsorgt wurden. Nach Fauths Entdeckung dauerte es nicht lange und die imposante Höhle entwickelte sich zu einer Attraktion. Zu Ehren des Besuchs von Kronprinz Karl von Württemberg, der ihr auch seine Aufwartung machte, erhielt sie den Namen "Karlshöhle".

Der Pfad durch die bizarren Tropfsteinformationen ist für die Besucher komfortabel mit Treppen und Geländern ausgebaut. Die Beleuchtung und die Blitzlichter der Fotoapparate haben dazu geführt, dass sich auf den Gesteinen in grünen Schleiern Moos ausbreitet. Das UV-Licht sei der Grund dafür, wurde uns erklärt. Nach den Millionen von Jahren, in denen sich die Höhlen formten, hat der Mensch in kürzester Zeit unauslöschliche Spuren hinterlassen und erfreut sich nun daran, in den Steinen Gesichter und Figuren, Marienbilder und sogar ein getropftes Schloss Lichtenstein erkennen zu können. Licht und Schatten leisten dabei einen nicht unerheblichen Beitrag.

Funde belegen, dass die Höhlen seit frühester Zeit immer wieder Besucher und Bewohner hatte. Bis in die Bronzezeit gehen die Spuren zurück, die Menschen hinterlassen haben und natürlich suchten auch Tiere hier Schutz. Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde hinter einem Felsüberhang die Verbindung zu einer benachbarten Höhle entdeckt. Angesichts der vielen vorgefundenen Skelette von Bären lag nahe, sie "Bärenhöhle" zu taufen. Sie beeindruckt besonders durch die Größe des Höhlenraumes, der sich wie das Dach eines Domes über die Köpfe spannt. Eine Gruppe von Jugendlichen ließ sich von der Höhlenführerin dazu animieren, ein Lied anzustimmen. Die Demonstration der beeindruckenden Akustik fiel etwas zaghaft aus, erfüllte aber ihren erheiternden Zweck.

Der Tatzenabdruck auf dem Geheweg vor dem Eingang zur Höhle zählt übrigens nicht zu den authentischen Spuren, die hier von Bären hinterlassen wurden.