on
Rund 800 Jahre ist es her, als in der Zauche, nahe dem heutigen Lehnin, in ausgehnten Wäldern heidnische Slawen lebten. Hier ging Markgraf Otto I. von Brandenburg auf die Jagd und verausgabte sich dabei so sehr, dass er ein Nickerchen brauchte und sich dafür unter eine Eiche legte. Im Traum sah er sich von einem Hirsch bedroht, der ihn mit seinem Geweih attackierte und dem er sich nur mit Mühe und göttlichem Beistand erwehren konnte. Das ist ein Zeichen, meinten seine Jagdgefährten und schlugen vor, an dieser Stelle eine wehrhafte Burg zu errichten. Otto I. aber entschied, hier ein Kloster bauen zu lassen.

Das ist die Gründungslegende des Klosters Lehnin, wo ab dem Jahr 1180 Zisterziensermönche das erste Kloster der Mark Brandenburg als romanisch-frühgotischen Backsteinbau errichteten. In die Treppenstufen zum Chorraum in der Klosterkirche wurde ein versteinerter Eichenstamm eingefügt und markiert bis heute möglicherweise die Stelle, an der der Markgraf sich Schlafen legte.

Das Kloster Lehnin ist ein zentraler Ort für die Geschichte Brandenburgs. Von hier aus wurde missioniert und urbar gemacht, die bekannten Klöster Chorin und Himmelfort wurden von den Zisterziensern aus Lehnin gegründet. Dass die Basilika und einige Klostergebäude heute wieder besucht werden können, ist dem restauratorischen Eifer im 19. Jahrhundert zu verdanken, als mit großem Aufwand die Klosterkirche Lehnin nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wurde. Denn lange Zeit war die gesamte Anlage zur Ruine geworden. Während der Reformation wurde das Kloster aufgelöst, der Dreißigjährige Krieg brachte Plünderung und Verwüstung.

Seit 100 Jahren wird das Klosterareal in Lehnin von der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg genutzt. Die Klosterkirche kann besichtigt werden und es gibt ein kleines Museum, das vom Leben seit der Zisterzienserzeit erzählt. Von der Kirche aus führt ein schöner Spazierweg zu einer Allee mit alten Bäumen, den Emsterkanal entlang gelangt man bis an das Ufer des Klostersees. Auf einer der idyllisch platzierten Bänke sollte man sich kurz setzen, die Augen schließen und sich vorstellen, wie ein Hirsch über die Wiesen springt.